Weitere Anbieter

Zusätzlich zu den acht getesteten Robo Advisors haben wir uns zwei weitere Anbieter angeschaut, die allerdings aus verschiedenen Gründen nicht in den Test miteinbezogen wurden. Im Folgenden jeweils eine kurze Begründung und welche positiven wie negativen Eindrücke die Robos auf den ersten Blick machen.

LIQID Logo

Der Anbieter LIQID ist nicht Teil unseres Vergleichs, da man erst ab einer Investitionssumme von 100.000 € Kunde werden kann. Damit ist Liqid vor allem für Großanleger interessant, da die Gebühren durchaus attraktiv sind und vernünftige Anlagestrategien verfolgt werden.

Es werden drei verschiedene Portfolios angeboten, die sich jeweils in ihren Kosten unterscheiden. Der günstigste ist der LIQID Index mit insgesamt 0,42 % p.a.. Für den LIQID Global werden 0,75 % fällig, der aktiv verwaltete LIQID Select kostet Anleger 1,69 % pro Jahr. Enthalten sind jeweils eine Verwaltungspauschale sowie die Produktkosten. Der Aktienanteil lässt sich bei allen drei Produkten je nach Risikoneigung individuell anpassen.

 Auch die Webseite weiß durchaus zu überzeugen: Gebühren werden sehr transparent aufgeschlüsselt und es gibt viele ausführliche Artikel, um tiefer in die Materie einzutauchen.

Vom Kundencenter konnten wir uns leider keinen Eindruck machen. Im Performance-Check 2016 ordnet sich LIQID mit einem Wert von 7,73 % an vierter Stelle ein (5,3 % bei geringem, 7,5 % bei gemäßigtem und 10,4 % bei höherem Risiko).

 

Performancevergleich 2016

Cashboard Logo
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Nachtrag 11.05.2017

Wie diverse Medien am heutigen Tag berichten, hat der Robo Advisor Cashboard Insolvenz anmelden müssen. Zuvor hatten bereits verschiedene Verbraucherschützer und auch wir vor dem Anbieter gewarnt (s. unten).

Cashboard hat es ebenfalls nicht in unsere Auswahl geschafft. Zu sehr häufen sich Berichte über negative Erfahrungen. Von schlechtem Support, unübersichtlichem Kundencenter oder gar falscher Anzeige des Kontostands ist die Rede. Da solche Rezensionen jedoch vollkommen anonymisiert von jedem veröffentlicht werden können, sollten sie mit Vorsicht genossen werden.

Was uns jedoch sehr negativ auffällt ist die fehlende Transparenz: Aus welchen Bausteinen die einzelnen Anlagestrategien “Kapitalschutz”, “ImmobilienPlus” und “Rendite” bestehen, ist in keiner Weise ersichtlich. Cashboard schlüsselt zwar die einzelnen Anlageklassen auf, in welche investiert wird. Doch wie die letztendliche Gewichtung ausfällt und welche Titel wirklich dahinterstecken, ist nicht dargestellt. Ohne diese Informationen erfolgt quasi eine Investition in das Ungewisse – ein sehr beunruhigender Gedanke.

Problematisch ist auch, dass unter den Anlageklassen Privatkredite aufgeführt werden. Investiertes Vermögen wird dabei ohne Intermediär (z.B. eine Bank) an andere Privatpersonen verliehen. Auch wenn das P2P Lending wahrscheinlich weniger stark gewichtet wird, setzt man Anleger einem unnötig hohen Ausfallrisiko aus. Die von Cashboard garantierte Rendite von 2 % auf die ersten 10.000 € ist da nur ein kleiner Trost.

Vor allem unter Anbetracht der fehlenden Transparenz können wir das Produkt nach heutigem Stand nicht empfehlen.