Was ist ein ETF? – Die Vorteile von Exchange Traded Funds

In Zeiten der Digitalisierung, turbulenter Märkte und des anhaltenden Zinstiefs werden mehr (vermeintlich) rentable Anlageprodukte gesucht und entwickelt denn je. Zu den vielversprechendsten Produkten gehören dabei die sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs). Doch worum handelt es sich dabei? Wir klären auf.

Worum geht’s?

  • Das Dilemma der privaten Altersvorsorge: Niedrigzins und demografischer Wandel
  • Eine mögliche Lösung: Exchange Traded Funds
  • ETFs bündeln mehrere Vorteile und sind insbesondere für Privatanleger interessant

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der daraus folgenden Überbelastung des Rentensystems stecken viele Privatpersonen in einer Zwickmühle:
Private Altersvorsorge ist fast schon zwingend notwendig geworden, als Laie scheint es jedoch überaus schwierig, langfristig lukrative, aber gleichzeitig kostengünstige Anlageprodukte zu finden.

Denn einerseits werfen Tagesgeldkonten, Sparbriefe oder Rentenfonds oft nicht mehr genug Zinsen ab, um die Inflation, also die Entwertung des Geldes, auszugleichen. Andererseits sind aktiv verwaltete Investmentfonds, die durch Partizipation am Kapitalmarkt z.B. in Form von Aktien mit hohen Renditen werben, meist kostenintensiv und zehren einen beachtlichen Teil der Bruttorendite wieder auf.

Was also sollte man tun, möchte man diesem Dilemma entgehen und kostenintensive Anlageprodukte vermeiden?

Die Lösung: ETFs

Eine mögliche Lösung dieses Problems findet sich durchaus am Kapitalmarkt. Allerdings ist hier nicht die Rede von aktiv verwalteten Investmentfonds, in deren Namen Fondsmanager durch Investition in beliebige Titel versuchen, den Markt zu schlagen, sondern von der Familie der passiven Fonds: Exchange Traded Funds (kurz: ETFs).

Bei dieser Fondsart handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung echter Indizes wie etwa den DAX oder den S&P 500 (welcher den amerikanischen Aktienmarkt abbildet) ohne aktives Management nachbilden, statt zu schlagen versuchen. Das angelegte Geld wird lediglich in die jeweiligen Titel gemäß ihrer Marktkapitalisierung investiert und nur angepasst, wenn im zugrunde liegenden Index z.B. Unternehmen ausgetauscht werden. Durch die Investition in einen ETF können Investoren nicht nur an der Entwicklung eines Wertpapiers, sondern gleich eines gesamten Marktes partizipieren. Schlussendlich ist ein ETF so liquide wie eine Einzelaktie und damit jederzeit an der Börse handelbar, erreicht gleichzeitig aber eine ebenso gute Streuung (Diversifikation) wie Investmentfonds.

Vorteile auf einen Blick

Kosten

Da ETFs keiner Fondsmanager bedürfen, entfallen hier die üblicherweise deutlich spürbaren Verwaltungskosten und Provisionen. Für den Kunden bleibt also mehr Rendite übrig. Wird der ETF über die Börse gehandelt, entfällt zusätzlich der Ausgabeaufschlag.

Transparenz

Entgegen klassischer Investmentfonds, deren Emittenten i.d.R. lediglich am Ende eines Quartals die Zusammensetzung des Fonds offenlegen müssen, sind die Bestandteile eines ETFs zu jeder Zeit ersichtlich. Zudem kann der Handelspreis des ETF immer eingesehen werden.

Vorteile eines ETFs

Diversifikation

Da ETFs immer gesamte Indizes abbilden, ist das angelegte Geld auch immer recht breit diversifiziert. Dabei gilt: Je größer der abgebildete Index, desto breiter die Diversifikation und desto geringer ist die Ausfallwahrscheinlichkeit. Beispiel DAX: Um die Diversifikation eines den DAX replizierenden ETFs zu erreichen, wären insgesamt 30 Einzelinvestitionen in die DAX-Konzerne nötig.

Handelbarkeit

Wie bereits erwähnt, sind ETFs entgegen ihrer aktiven Pendants während des gesamten Handelstages käuf- bzw. verkäuflich. Allein deshalb ist der Handelspreis eines ETFs jederzeit feststellbar.

Insolvenzschutz

Wie bei klassischen Investmentfonds wird auch das in ETFs eingezahlte Vermögen als Sondervermögen behandelt, sprich es wird rechtlich vom eigentlichen Vermögen des Emittenten (der Fondsgesellschaft) abgegrenzt. Sollte die Fondsgesellschaft zahlungsunfähig werden, bleibt das angelegte Vermögen Eigentum der Investoren und geht nicht in die Insolvenzmasse über.

Dividenden

Egal ob ausschüttende oder reinvestierende (thesaurierende) ETFs: Legt ein Investor Vermögen in einen ETF an, beteiligt er sich an den darin enthaltenen Unternehmen. Deshalb steht ihm die Dividende der Unternehmen wie bei einem klassischen Fonds genau anteilig zu. Ausschüttende ETFs übertragen dem Investor die ausgeschüttete Dividende, thesaurierende ETFs legen diese direkt wieder an.

Fazit

ETFs vereinen viele Vorteile, die insbesondere auch für Privatanleger attraktiv sind. Da sich jedoch auf den ETF-Märkten dieser Welt bereits rund 5000 ETFs tummeln, kann die Suche nach einem geeigneten ETF zur berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen werden. Wir haben daher verschiedene Kriterien aufgelistet, die es bei der Auswahl eines ETFs zu beachten gilt und die die Suche erleichtern. Wer jedoch weiß, dass bloße Einzelinvestitionen auch in gute ETFs nicht ausreichen, um seine Vermögensziele in ferner Zukunft zu erreichen, der sollte die Inanspruchnahme von Robo Advice in Erwägung ziehen.

Alle Robo Advisor am deutschen Markt

Wir haben sie getestet

Zum Vergleich