Scalable Capital – Erfahrungen & Testbericht

Die Vermögensverwaltung der Zukunft
Intelligent investieren.

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Robo Advisor Test

Gesamtwertung Scalable

Die Scalable Capital Vermögensverwaltung GmbH aus München operiert sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien. Das Anlagevolumen beträgt bereits 175 Millionen Euro (Stand Februar 2017). In dieser Hinsicht ist Scalable also Spitzenreiter in Deutschland. Außerdem besteht eine Kooperation mit der Siemens AG, wessen Mitarbeiter den Service vergünstigt nutzen können.
L
  • 23 Risikoprofile
  • Größter Robo Advisor Deutschlands
K
  • Komplexer Investitionsansatz, der ohne Hintergrundwissen nur schwer verständlich ist
  • Mailadresse muss angegeben werden, um Anlegertyp ermitteln zu können

Gebühren

Scalable berechnet 0,75 % p. a. Pauschale auf den Anlagebetrag, ergänzt um 0,25 % Fondskosten. Insgesamt liegen die Kosten also bei etwa 1 % p.a. insgesamt. Damit ist Scalable unter allen Anbietern einer der Günstigsten. Einen halben Punkt Abzug gab es lediglich für die fehlende Staffelung der Preise.

Anbieter Scalable
Kumulierte Kosten p.a. 1 %
Mindestanlage10.000 €
Sparplan ab50 €
Anzahl Strategien23
PartnerbankBaader Bank

Eine Gegenüberstellung aller Anbieter finden Sie hier.

Anlagestrategie

Die Strategie von Scalable basiert wie die Strategien aller Robo Advisor auf passiven Produkten und einer Allokation nach Diversifikationsprinzipien. Die Risikoeinstufung erfolgt hier auf Basis der etwas besser greifbaren VaR (Value at Risk) Kennziffer, die angibt, wie viel der Kunde mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit bereit ist, maximal an Verlusten hinzunehmen. Okay, vielleicht greifbarer, aber nicht unbedingt einfacher zu verstehen. Ein VaR von 13 % bedeutet hier, dass ein Verlust von 13 % in 95 % der Fälle nicht überschritten wird. Diese Kategorisierung halten wir für sinnvoll. Allerdings wird hier keine Aussage darüber getroffen, wie hoch der Verlust in den übrigen 5 % der Fälle sein wird.

Darüber hinaus versucht Scalable Risiko zu vermeiden, indem es in Zeiten hoher Marktvolatilität Umschichtungen hin zu Anlageklassen vornimmt, die weniger großen Wertschwankungen unterworfen sind, um so den VaR konstant zu halten. Wenn der Verkauf risikobehafteter Portfoliobausteine schnell genug vor einem Markteinbruch erfolgt, könnte dadurch ein Wertverlust vermieden werden. Allerdings verpasst der Anleger dadurch auch die oftmals steilen Anstiege nach einem Tiefpunkt. Oder positive Entwicklungen nach Zeiten hoher Volatilität. Wie sich der Einfluss auf die langfristige Rendite darstellt, ist von vielen Faktoren abhängig. Immer wieder gerät der VaR-Ansatz allerdings in die Kritik. Die Industrie ist sich uneins, ob die Strategie die richtige ist – wir möchten uns da kein Urteil erlauben, weisen aber auf bestehende Zweifel hin.

Vergleichbare Investmentfonds schnitten ebenfalls über mehrere Jahre schlecht ab. Vor der Finanzkrise hingegen wurden durch diesen Ansatz die Verluste etwas abgeschwächt. Im einjährigen Performancevergleich ist Scalable bereits stark ins Hintertreffen geraten, jedoch darf man diesem Wert noch keine allzu große Bedeutung schenken. Interessant wird es in der langen Frist und wir lassen uns gerne vom Gegenteil und entsprechend verbesserter Rendite überraschen. Diese Strategie ist jedoch relativ neu und muss sich daher erst noch bewähren.

Letztendlich versucht Scalable mit ihrem Modell den richtigen Ein-oder Ausstiegszeitpunkt zu finden, praktiziert also Markettiming. Sollte sich zeigen, dass sich diese Strategie in Zukunft eignet um einigermaßen fundierte Aussagen über bevorstehende Kurseinbrüche zu machen, wird es spannend, die Rückwirkungseffekte zu beobachten. Wenn ein großer Teil des Vermögens aus dem Markt genommen wird, weil eine Volatilitätssteigerung zu beobachten ist, könnte es zu einer fiktiven, negativen Blase kommen. Der Markt wäre deutlich unterbewertet, ohne dass dafür eine realwirtschaftliche Ursache vorhanden sein müsste. Profitieren könnten dann erneut Anleger, die eine prognosefreie Anlagestrategie verfolgen.

Des Weiteren fällt auf, dass es weder Testern noch Kunden möglich ist, einen tieferen Einblick in die “umfangreichen Analysen und Simulationen”, mit denen das Unternehmen wirbt, zu erhalten. Dafür gab es einen weiteren halben Punkt Abzug.

Zuletzt legt Scalable nach eigenen Angaben Wert auf die richtige Replikationsmethode. So finden sich kaum synthetische ETFs im Portfolio wieder, gänzlich ausgeschlossen werden sie jedoch nicht. Die Auswahl erfolgt nicht nach dem Kriterium der Wertpapierleihe.

Usability

Scalable bietet mit 23 Risikokategorien ein sehr differenziertes Modell der Geldanlage an. Kunden können hier also aus dem Vollen schöpfen. Die Übersichtlichkeit der Website als auch des Kundencenters ist gegeben. Allerdings schreckt die Komplexität des Ansatzes etwas ab. Insbesondere für Anleger, die nicht vom Fach sind. Es fällt schwer einzuschätzen, wie genau sich das Risikomanagement langfristig auswirken wird. Über die vielfach beworbenen Prognosen stehen nur sehr vage Informationen zur Verfügung. Auch wenn Scalable Capital hier an der Verständlichkeit arbeitet, sind gewisse Vorkenntnisse erforderlich, eine ausführliche Beschäftigung und bisher nicht zugängliche Informationen notwendig, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Hier besteht noch Potenzial.

Performance

2016 war kein gutes Jahr: Während viele Anbieter mit hohen Renditen überzeugten, steht bei Scalable am Ende ein Durchschnittswert von 4,97 %. Das Portfolio mit geringem Risiko brachte dabei 2,2 % ein, moderates Risiko eine Rendite von 6,9 % und höheres Risiko 5,8 %. Besonders kurios, dass ein ausgeglichenes Portfolio letztendlich den höchsten Wert einbrachte. So kommen schnell Zweifel auf, ob die Portfoliozusammenstellung denn wirklich auf die individuellen Bedürfnisse des Anlegers zugeschnitten ist.

Performancevergleich 2016

Gebühren: 4,5/5 Punkte

Scalable berechnet 0,75 % p. a. Pauschale auf den Anlagebetrag, ergänzt um 0,25 % Fondskosten. Insgesamt liegen die Kosten also bei etwa 1 % p.a. insgesamt. Damit ist Scalable unter allen Anbietern einer der Günstigsten. Einen halben Punkt Abzug gab es lediglich für die fehlende Staffelung der Preise.

Anbieter Scalable
Kumulierte Kosten p.a. 1 %
Mindestanlage10.000 €
Sparplan ab50 €
Anzahl Strategien23
PartnerbankBaader Bank

Eine Gegenüberstellung aller Anbieter finden Sie hier.

Anlagestrategie: 3,5/5 Punkte

Die Strategie von Scalable basiert wie die Strategien aller Robo Advisor auf passiven Produkten und einer Allokation nach Diversifikationsprinzipien. Die Risikoeinstufung erfolgt hier auf Basis der etwas besser greifbaren VaR (Value at Risk) Kennziffer, die angibt wie viel der Kunde mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit bereit ist, maximal an Verlusten hinzunehmen. Okay, vielleicht greifbarer, aber nicht unbedingt einfacher zu verstehen. Ein VaR von 13 % bedeutet hier, dass ein Verlust von 13 % in 95 % der Fälle nicht überschritten wird. Diese Kategorisierung halten wir für sinnvoll. Allerdings wird hier keine Aussage darüber getroffen, wie hoch der Verlust in den übrigen 5 % der Fälle sein wird.

Darüber hinaus versucht Scalable Risiko zu vermeiden, indem es in Zeiten hoher Marktvolatilität Umschichtungen hin zu Anlageklassen vornimmt, die weniger großen Wertschwankungen unterworfen sind, um so den VaR konstant zu halten. Wenn der Verkauf risikobehafteter Portfoliobausteine schnell genug vor einem Markteinbruch erfolgt, könnte dadurch ein Wertverlust vermieden werden. Allerdings verpasst der Anleger dadurch auch die oftmals steilen Anstiege nach einem Tiefpunkt. Oder positive Entwicklungen nach Zeiten hoher Volatilität. So zum Beispiel im Nachgang der Wahlen der USA: Während die Märkte vor der Wahl ziemlich unsicher waren, folgte auf das Wahlergebnis ein starker Aufschwung. Wie sich der Einfluss auf die langfristige Rendite darstellt, ist von vielen Faktoren abhängig. Immer wieder gerät der VaR-Ansatz allerdings in die Kritik. Die Industrie ist sich uneins, ob die Strategie die richtige ist – wir möchten uns da kein Urteil erlauben, weisen aber auf bestehende Zweifel hin.

Vergleichbare Investmentfonds schnitten ebenfalls über mehrere Jahre schlecht ab. Vor der Finanzkrise hingegen wurden durch diesen Ansatz die Verluste etwas abgeschwächt. Im einjährigen Performancevergleich ist Scalable bereits stark ins Hintertreffen geraten, jedoch darf man diesem Wert noch keine allzu große Bedeutung schenken. Interessant wird es in der langen Frist und wir lassen uns gerne vom Gegenteil und entsprechend verbesserter Rendite überraschen. Diese Strategie ist jedoch relativ neu und muss sich daher erst noch bewähren.

Letztendlich versucht Scalable mit ihrem Modell, den richtigen Ein-oder Ausstiegszeitpunkt zu finden, praktiziert also Markettiming. Sollte sich zeigen, dass sich diese Strategie in Zukunft eignet, um einigermaßen fundierte Aussagen über bevorstehende Kurseinbrüche zu machen, wird es spannend, die Rückwirkungseffekte zu beobachten. Wenn ein großer Teil des Vermögens aus dem Markt genommen wird, weil eine Volatilitätssteigerung zu beobachten ist, könnte es zu einer fiktiven, negativen Blase kommen. Der Markt wäre deutlich unterbewertet, ohne dass dafür eine realwirtschaftliche Ursache vorhanden sein müsste. Profitieren könnten dann erneut Anleger, die eine prognosefreie Anlagestrategie verfolgen.

Des Weiteren fällt auf, dass es weder Testern noch Kunden möglich ist, einen tieferen Einblick in die “umfangreichen Analysen und Simulationen”, mit denen das Unternehmen wirbt, zu erhalten. Dafür gab es einen weiteren halben Punkt Abzug.

Zuletzt legt Scalable nach eigenen Angaben Wert auf die richtige Replikationsmethode. So finden sich kaum synthetische ETFs im Portfolio wieder, gänzlich ausgeschlossen werden sie jedoch nicht. Die Auswahl erfolgt nicht nach dem Kriterium der Wertpapierleihe.

Usability: 4/5 Punkte

Scalable bietet mit 23 Risikokategorien ein sehr differenziertes Modell der Geldanlage an. Kunden können hier also aus dem Vollen schöpfen. Die Übersichtlichkeit der Website als auch des Kundencenters ist gegeben.

Allerdings schreckt die Komplexität des Ansatzes etwas ab. Insbesondere für Anleger, die nicht vom Fach sind. Es fällt schwer einzuschätzen, wie genau sich das Risikomanagement langfristig auswirken wird. Über die vielfach beworbenen Prognosen stehen nur sehr vage Informationen zur Verfügung. Auch wenn Scalable Capital hier an der Verständlichkeit arbeitet, sind gewisse Vorkenntnisse erforderlich, eine ausführliche Beschäftigung und bisher nicht zugängliche Informationen notwendig, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Hier besteht noch Potenzial.

Performance: 2/5 Punkte

2016 war kein gutes Jahr: Während viele Anbieter mit hohen Renditen überzeugten, steht bei Scalable am Ende ein Durchschnittswert von 4,97 %. Das Portfolio mit geringem Risiko brachte dabei 2,2 % ein, moderates Risiko eine Rendite von 6,9 % und höheres Risiko 5,8 %. Besonders kurios, dass ein ausgeglichenes Portfolio letztendlich den höchsten Wert einbrachte. So kommen schnell Zweifel auf, ob die Portfoliozusammenstellung denn wirklich auf die individuellen Bedürfnisse des Anlegers zugeschnitten ist.

Performancevergleich 2016