Scalable Capital – Erfahrungen & Testbericht

Die Vermögensverwaltung der Zukunft

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Robo Advisor Test

Gesamtwertung Scalable Capital

Die Scalable Capital Vermögensverwaltung GmbH aus München operiert sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien. Die Assets under Management betragen bereits über 1 Millarde Euro (Stand November 2018). In dieser Hinsicht ist Scalable also mit großem Abstand Spitzenreiter in Deutschland. Außerdem besteht eine Kooperation mit der Siemens AG, wessen Mitarbeiter den Service vergünstigt nutzen können.

L
  • 23 Anlagestrategien
  • Größter Robo Advisor Deutschlands
  • Viele Videos, sehr aktiver Blog
K
  • Komplexer Investitionsansatz, der ohne Hintergrundwissen nur schwer verständlich ist
  • Mailadresse muss angegeben werden, um Anlegertyp ermitteln zu können

Gebühren

Mit einer Fixgebühr von 0,75 % und externen Fondskosten von durchschnittlich 0,21 % ist die Gebühr von Scalable Capital vergleichbar mit der von Ginmon. Mit 0,96 % akkumulierten Kosten p.a. bewegt sich Scalable damit ebenfalls im guten Mittelfeld – auch hier ziehen wir trotz des lobenswerten Fairnessgedankens einen halben Punkt für die fehlende Gebührenstaffelung ab. Mit einer vom Sparplan unabhängigen Mindestanlage von 10.000 € muss der Anleger vergleichsweise tief in die Tasche greifen, um mit Scalable zu investieren, wofür wir nochmal einen halben Stern abziehen.

Anbieter Scalable
Kumulierte Kosten p.a. 0,96 %
Mindestanlage10.000 €
Sparplan ab50 €
Anzahl Strategien23
PartnerbankBaader Bank
Eine Gegenüberstellung aller Anbieter finden Sie hier.

Anlagestrategie

Die Strategie von Scalable basiert wie die Strategien aller Robo Advisor auf passiven Produkten und einer Allokation nach Diversifikationsprinzipien. 23 verschiedene Anlagestrategien sind verfügbar – Spitzenwert! Die Risikoeinstufung erfolgt hier auf Basis der etwas besser greifbaren VaR (Value at Risk) Kennziffer, die angibt, wie viel der Kunde mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit bereit ist, maximal an Verlusten hinzunehmen. Okay, vielleicht greifbarer, aber nicht unbedingt einfacher zu verstehen. Ein VaR von 13 % bedeutet hier, dass ein Verlust von 13 % in 95 % der Fälle nicht überschritten wird. Diese Kategorisierung halten wir für sinnvoll. Allerdings wird hier keine Aussage darüber getroffen, wie hoch der Verlust in den übrigen 5 % der Fälle sein wird.

Darüber hinaus versucht Scalable Risiko zu vermeiden, indem es in Zeiten hoher Marktvolatilität Umschichtungen hin zu Anlageklassen vornimmt, die weniger großen Wertschwankungen unterworfen sind, um so den VaR konstant zu halten. Wenn der Verkauf risikobehafteter Portfoliobausteine schnell genug vor einem Markteinbruch erfolgt, könnte dadurch ein Wertverlust vermieden werden. Allerdings verpasst der Anleger dadurch auch die oftmals steilen Anstiege nach einem Tiefpunkt. Oder positive Entwicklungen nach Zeiten hoher Volatilität. Wie sich der Einfluss auf die langfristige Rendite darstellt, ist von vielen Faktoren abhängig. Immer wieder gerät der VaR-Ansatz allerdings in die Kritik. Die Industrie ist sich uneins, ob die Strategie die richtige ist – wir möchten uns da kein Urteil erlauben, weisen aber auf bestehende Zweifel hin.

Vergleichbare Investmentfonds schnitten ebenfalls über mehrere Jahre schlecht ab. Vor der Finanzkrise hingegen wurden durch diesen Ansatz die Verluste etwas abgeschwächt. Im einjährigen Performancevergleich ist Scalable bereits stark ins Hintertreffen geraten, jedoch darf man diesem Wert noch keine allzu große Bedeutung schenken. Interessant wird es in der langen Frist und wir lassen uns gerne vom Gegenteil und entsprechend verbesserter Rendite überraschen. Diese Strategie ist jedoch relativ neu und muss sich daher erst noch bewähren.

Letztendlich versucht Scalable mit ihrem Modell den richtigen Ein-oder Ausstiegszeitpunkt zu finden, praktiziert also Markettiming. Sollte sich zeigen, dass sich diese Strategie in Zukunft eignet um einigermaßen fundierte Aussagen über bevorstehende Kurseinbrüche zu machen, wird es spannend, die Rückwirkungseffekte zu beobachten. Wenn ein großer Teil des Vermögens aus dem Markt genommen wird, weil eine Volatilitätssteigerung zu beobachten ist, könnte es zu einer fiktiven, negativen Blase kommen. Der Markt wäre deutlich unterbewertet, ohne dass dafür eine realwirtschaftliche Ursache vorhanden sein müsste. Profitieren könnten dann erneut Anleger, die eine prognosefreie Anlagestrategie verfolgen.

Des Weiteren fällt auf, dass es weder Testern noch Kunden möglich ist, einen tieferen Einblick in die “umfangreichen Analysen und Simulationen”, mit denen das Unternehmen wirbt, zu erhalten. Dafür gab es einen weiteren halben Punkt Abzug.

Zuletzt legt Scalable nach eigenen Angaben Wert auf die richtige Replikationsmethode. So finden sich kaum synthetische ETFs im Portfolio wieder, gänzlich ausgeschlossen werden sie jedoch nicht. Die Auswahl erfolgt nicht nach dem Kriterium der Wertpapierleihe.

Usability

Die Übersichtlichkeit der Website von Scalable Capital als auch des Kundencenters ist top. Alle relevanten Themen werden ausführlich und verständlich auf der Website erklärt. Zusätzlich schafft Scalable mit FAQs und einem Blog Abhilfe bei der Informationsbeschaffung. Sehr überzeugend finden wir die Mediathek mit etlichen Videos und einigen Leitfäden zu relevanten Themen. Ein Whitepaper, welches den Investitionsprozess sehr detailliert darstellt, wird auch zum Download angeboten. Durch regelmäßige Webinare und Offline-Veranstaltungen haben Interessenten zusätzlich die Möglichkeit, sich über Scalable Capital zu informieren.

Eine Kontaktaufnahme ist via Telefon, E-Mail oder auch offline in Berlin, Frankfurt, Hamburg oder München möglich. Die Möglichkeit eines persönlichen Gesprächs ist allerdings leider nur Kunden mit über 100.000 € frei verfügbarem Vermögen vorbehalten. Ebenfalls ein Top-Service: Die Möglichkeit, einen Rückruf zu vereinbaren. Auch auf Social Media ist Scalable Capital sehr aktiv.

Also erfüllt Scalable eigentlich alle “formellen” Kriterien, um die volle Punktzahl zu erhalten. Zwei nicht unbedeutende Probleme haben wir jedoch. Wir halten die Komplexität des Investitionsansatzes insgesamt für etwas zu abschreckend – insbesondere für Anleger, die nicht vom Fach sind. Es fällt schwer, einzuschätzen, wie genau sich das Risikomanagement langfristig auswirken wird. Über die vielfach beworbenen Prognosen stehen nur sehr vage Informationen zur Verfügung. Auch wenn Scalable Capital hier an der Verständlichkeit arbeitet, sind gewisse Vorkenntnisse erforderlich, eine ausführliche Beschäftigung und bisher nicht zugängliche Informationen notwendig, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Hier besteht noch Potenzial.

Was uns ebenfalls enorm stört, ist die Tatsache, dass man als Interessent initial die E-Mail Adresse angeben muss, um die eigene Anlagestrategie zu ermitteln. Dies ist bei keinem anderen Rob Advisor im Vergleich notwendig und aus unserer Sicht nicht sonderlich benutzerfreundlich.

Performance

Ein wenig fühlen wir uns von der Performance von Scalable Capital in unserer Kritik an der Anlagestrategie bestätigt. Scalable Capital belegt im Performance Vergleich über die letzten zwei Jahre mit einer mageren Ausbeute von +0,5 % den letzten Platz. Im vergangenen Jahr mussten Scalable Capital Kunden einen Verlust von 3,1 % hinnehmen – damit war von unseren getesteten Robo Advisorn in diesem Zeitrahmen nur  Whitebox schlechter.

Robo Advisor am deutschen Markt

Wir haben sie getestet!
Gebühren: 4/5 Punkte
Mit einer Fixgebühr von 0,75 % und externen Fondskosten von durchschnittlich 0,21 % ist die Gebühr von Scalable Capital vergleichbar mit der von Ginmon. Mit 0,96 % akkumulierten Kosten p.a. bewegt sich Scalable damit ebenfalls im guten Mittelfeld – auch hier ziehen wir trotz des lobenswerten Fairnessgedankens einen halben Punkt für die fehlende Gebührenstaffelung ab. Mit einer vom Sparplan unabhängigen Mindestanlage von 10.000 € muss der Anleger vergleichsweise tief in die Tasche greifen, um mit Scalable zu investieren, wofür wir nochmal einen halben Stern abziehen.
Anbieter Scalable
Kumulierte Kosten p.a. 0,96 %
Mindestanlage10.000 €
Sparplan ab50 €
Anzahl Strategien23
PartnerbankBaader Bank

Eine Gegenüberstellung aller Anbieter finden Sie hier.
Anlagestrategie: 3,5/5 Punkte
Die Strategie von Scalable basiert wie die Strategien aller Robo Advisor auf passiven Produkten und einer Allokation nach Diversifikationsprinzipien. 23 verschiedene Anlagestrategien sind verfügbar – Spitzenwert! Die Risikoeinstufung erfolgt hier auf Basis der etwas besser greifbaren VaR (Value at Risk) Kennziffer, die angibt, wie viel der Kunde mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit bereit ist, maximal an Verlusten hinzunehmen. Okay, vielleicht greifbarer, aber nicht unbedingt einfacher zu verstehen. Ein VaR von 13 % bedeutet hier, dass ein Verlust von 13 % in 95 % der Fälle nicht überschritten wird. Diese Kategorisierung halten wir für sinnvoll. Allerdings wird hier keine Aussage darüber getroffen, wie hoch der Verlust in den übrigen 5 % der Fälle sein wird.

Darüber hinaus versucht Scalable Risiko zu vermeiden, indem es in Zeiten hoher Marktvolatilität Umschichtungen hin zu Anlageklassen vornimmt, die weniger großen Wertschwankungen unterworfen sind, um so den VaR konstant zu halten. Wenn der Verkauf risikobehafteter Portfoliobausteine schnell genug vor einem Markteinbruch erfolgt, könnte dadurch ein Wertverlust vermieden werden. Allerdings verpasst der Anleger dadurch auch die oftmals steilen Anstiege nach einem Tiefpunkt. Oder positive Entwicklungen nach Zeiten hoher Volatilität. Wie sich der Einfluss auf die langfristige Rendite darstellt, ist von vielen Faktoren abhängig. Immer wieder gerät der VaR-Ansatz allerdings in die Kritik. Die Industrie ist sich uneins, ob die Strategie die richtige ist – wir möchten uns da kein Urteil erlauben, weisen aber auf bestehende Zweifel hin.

Vergleichbare Investmentfonds schnitten ebenfalls über mehrere Jahre schlecht ab. Vor der Finanzkrise hingegen wurden durch diesen Ansatz die Verluste etwas abgeschwächt. Im einjährigen Performancevergleich ist Scalable bereits stark ins Hintertreffen geraten, jedoch darf man diesem Wert noch keine allzu große Bedeutung schenken. Interessant wird es in der langen Frist und wir lassen uns gerne vom Gegenteil und entsprechend verbesserter Rendite überraschen. Diese Strategie ist jedoch relativ neu und muss sich daher erst noch bewähren.

Letztendlich versucht Scalable mit ihrem Modell den richtigen Ein-oder Ausstiegszeitpunkt zu finden, praktiziert also Markettiming. Sollte sich zeigen, dass sich diese Strategie in Zukunft eignet um einigermaßen fundierte Aussagen über bevorstehende Kurseinbrüche zu machen, wird es spannend, die Rückwirkungseffekte zu beobachten. Wenn ein großer Teil des Vermögens aus dem Markt genommen wird, weil eine Volatilitätssteigerung zu beobachten ist, könnte es zu einer fiktiven, negativen Blase kommen. Der Markt wäre deutlich unterbewertet, ohne dass dafür eine realwirtschaftliche Ursache vorhanden sein müsste. Profitieren könnten dann erneut Anleger, die eine prognosefreie Anlagestrategie verfolgen.

Des Weiteren fällt auf, dass es weder Testern noch Kunden möglich ist, einen tieferen Einblick in die “umfangreichen Analysen und Simulationen”, mit denen das Unternehmen wirbt, zu erhalten. Dafür gab es einen weiteren halben Punkt Abzug.

Zuletzt legt Scalable nach eigenen Angaben Wert auf die richtige Replikationsmethode. So finden sich kaum synthetische ETFs im Portfolio wieder, gänzlich ausgeschlossen werden sie jedoch nicht. Die Auswahl erfolgt nicht nach dem Kriterium der Wertpapierleihe.

Usability: 4/5 Punkte

Die Übersichtlichkeit der Website von Scalable Capital als auch des Kundencenters ist top. Alle relevanten Themen werden ausführlich und verständlich auf der Website erklärt. Zusätzlich schafft Scalable mit FAQs und einem Blog Abhilfe bei der Informationsbeschaffung. Sehr überzeugend finden wir die Mediathek mit etlichen Videos und einigen Leitfäden zu relevanten Themen. Ein Whitepaper, welches den Investitionsprozess sehr detailliert darstellt, wird auch zum Download angeboten. Durch regelmäßige Webinare und Offline-Veranstaltungen haben Interessenten zusätzlich die Möglichkeit, sich über Scalable Capital zu informieren.

Eine Kontaktaufnahme ist via Telefon, E-Mail oder auch offline in Berlin, Frankfurt, Hamburg oder München möglich. Die Möglichkeit eines persönlichen Gesprächs ist allerdings leider nur Kunden mit über 100.000 € frei verfügbarem Vermögen vorbehalten. Ebenfalls ein Top-Service: Die Möglichkeit, einen Rückruf zu vereinbaren. Auch auf Social Media ist Scalable Capital sehr aktiv.

Also erfüllt Scalable eigentlich alle “formellen” Kriterien, um die volle Punktzahl zu erhalten. Zwei nicht unbedeutende Probleme haben wir jedoch. Wir halten die Komplexität des Investitionsansatzes insgesamt für etwas zu abschreckend – insbesondere für Anleger, die nicht vom Fach sind. Es fällt schwer, einzuschätzen, wie genau sich das Risikomanagement langfristig auswirken wird. Über die vielfach beworbenen Prognosen stehen nur sehr vage Informationen zur Verfügung. Auch wenn Scalable Capital hier an der Verständlichkeit arbeitet, sind gewisse Vorkenntnisse erforderlich, eine ausführliche Beschäftigung und bisher nicht zugängliche Informationen notwendig, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Hier besteht noch Potenzial.

Was uns ebenfalls enorm stört, ist die Tatsache, dass man als Interessent initial die E-Mail Adresse angeben muss, um die eigene Anlagestrategie zu ermitteln. Dies ist bei keinem anderen Rob Advisor im Vergleich notwendig und aus unserer Sicht nicht sonderlich benutzerfreundlich.

Performance: 2/5 Punkte

Ein wenig fühlen wir uns von der Performance von Scalable Capital in unserer Kritik an der Anlagestrategie bestätigt. Scalable Capital belegt im Performance Vergleich über die letzten zwei Jahre mit einer mageren Ausbeute von +0,5 % den letzten Platz. Im vergangenen Jahr mussten Scalable Capital Kunden einen Verlust von 3,1 % hinnehmen – damit war von unseren getesteten Robo Advisorn in diesem Zeitrahmen nur  Whitebox schlechter.

Robo Advisor am deutschen Markt

Wir haben sie getestet!