Growney – Erfahrungen & Testbericht

Clever Geld in Fonds anlegen

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Robo Advisor Test

Gesamtwertung Growney

Anbieter Growney aus Berlin ging erst im Mai 2016 an den Markt. Mit einem prognosefreiem sowie steueroptimiertem Ansatz möchte man den Kapitalmarkt zugänglich für jedermann machen. Einen Mindestanlagebetrag gibt es nicht, gewählt werden kann aus 5 verschiedenen Anlagestrategien. Aufgrund der noch jungen Unternehmenshistorie wurden die Performancedaten für 2016 via Backtracking vom Anbieter selbst ermittelt.

L
  • Staffelung der Servicegebühr nach Anlagevolumen
  • Leicht verständlicher Einstieg in die Finanzwelt
  • Bereitstellung umfangreicher Informationen
K
  • Für Anlagevolumen < 10.000 € vergleichsweise teuer
  • Synthetisch replizierende ETFs

Gebühren

Der Anbieter Growney ist einer der wenigen in unserem Test, der die Kosten von der Höhe des Anlagebetrags abhängig macht. Für einen Anlagebetrag von unter 10.000 € werden 0,99 % p. a. berechnet, zwischen 10.000 und 50.000 € sind es 0,69 % und ab 50.000 € nur noch 0,39 %. Für jeden angelegten Euro, der das Anlagevolumen von 1.000.000 € überschreitet, werden keinerlei Servicegebühren mehr fällig. Hinzu kommen 0,19 – 0,28 % p. a. Fondskosten, auf welche Growney selbst keinen direkten Einfluss hat, durch die Wahl der richtigen ETFs aber versucht zu minimieren. Die kumulierte Jahresgebühr für das niedrigste Anlagevolumen beläuft sich somit auf 1,18 – 1,27 %. Damit positioniert sich der Anbieter zunächst einmal ähnlich wie Fintego auf einem etwas höheren Level. Für Anlagebeträge größer als 10.000 € wird es aber insgesamt schon sehr viel günstiger.

Neben diesen Gebühren fallen zudem weitere Transaktionskosten in Höhe von maximal 0,18 % (anteilig an der transferierten Summe) an. Bei einer Ein- bzw. Auszahlung von 1.000 € entspricht das also einer Gebühr von 1,80 €. Da diese Gebühr bei jeder Ein- und Auszahlung entsteht, wird sie somit auf jeden Euro im Depot mindestens zweifach angewendet (Gemäß der Annahme, man lässt sich sein Geld eines Tages wieder auszahlen).

Eine solche Gebühr gibt es bei der Konkurrenz nicht – allerdings mit dem Unterschied, dass Growney die Wertpapiere nicht über die Börse einkauft, sondern bei den Fonds selbst. Diese Strategie verspricht niedrigere Kurse, da so der Nettoinventarwert und nicht der etwas höhere Briefkurs (welcher durch den sog. Spread zustande kommt) bezahlt werden muss. Growney erhofft sich dadurch langfristig eine Kostenersparnis für den Kunden. Ob diese tatsächlich entsteht, lässt sich jedoch schwer beurteilen und auch Growney geht lediglich davon aus, dass „die Kosten [an der Börse] in der Regel höher” seien. Je nach Wertpapier und Marktgegebenheiten können die Spreads an der Börse jedoch durchaus unter der Marke von 0,18 % liegen, vor allem bei den sehr liquiden Titeln, mit denen Robo Advisor ihre Investments tätigen.

Eine Mindestanlagebetrag sowie einen Mindestbetrag für die monatliche Sparrate gibt es nicht. Ein Mal pro Jahr wird ein Rebalancing durchgeführt, bei dem erneut Transaktionskosten anfallen. Die Kosten werden transparent aufgeschlüsselt, jedoch mag die Transaktionsgebühr bei dem ein oder anderen für Verwirrung sorgen.

Für niedrige Anlagevolumen reiht sich Growney ein in die Riege der Anbieter mit vergleichsweise hohen Kosten. Doch die Kostenstaffelung weiß zu gefallen und so profitieren vor allem Anleger mit einem Anlagevolumen von mehr als 10.000 € von günstigen Konditionen.

Anbieter Growney
Kumulierte Kosten p.a. 1,18 - 1,27 % zzgl. 0,18 % Transaktionskosten; abnehmend mit Höhe des Anlagevolumens¹
Mindestanlagekeine
Sparplan ab1 €
Anzahl Strategien5
PartnerbankSutor Bank

Eine Gegenüberstellung aller Anbieter finden Sie hier.

¹Kostenstruktur Growney

AnlagevolumenJahresgebühr
< € 10.0000,99 %
≥ € 10.0000,69 %
≥ € 50.0000,39 %
≥ € 1.000.0000,00 %

Zusätzlich fallen Fondskosten an, die zwischen 0,18 und 0,29 % p.a. variieren. Die Transaktionskosten belaufen sich auf maximal 0,18 % pro Transaktion.

Anlagestrategie

Alle 5 Anlagestrategien setzen sich aus Aktienfonds, die über 2400 Aktien in 45 Ländern streuen, und Anleihenfonds, die nur europäische Unternehmens- und Staatsanleihen abdecken, zusammen. Das defensivste Portfolio enthält einen Aktienanteil von 20 %, das offensivste einen Aktienanteil von 100 %. In Rohstoffe wird nicht investiert.

Auch Growney verfolgt einen durchgehend passiven Ansatz und setzt darauf, dass der Markt langfristig nicht geschlagen werden kann. Das Portfolio wird steueroptimiert zusammengestellt, um einen Mehraufwand zu vermeiden und eine Doppelbesteuerung zu umgehen. Eventuell förderlich für die Minderung des Tracking Errors, nach unseren Kriterien allerdings problematisch, ist die hauptsächliche Verwendung synthetisch replizierender ETFs, welche Ausfallrisiken bergen. Auch das Thema Wertpapierleihe spielt keine Rolle bei der Auswahl der Portfoliobausteine.

Usability

Die Webseite des Anbieters wartet mit einem Kundenchat, umfangreichen FAQs und einem Blog auf. Die Kontaktaufnahme kann aber auch auf den üblichen Wegen per Mail oder Telefon erfolgen. Auch das Anlagekonzept wird dem Leser verständlich näher gebracht. Eine Auflistung der ETFs, in die investiert wird, findet sich nach der Identifikation des individuellen Risikoprofils. Neben der Gewichtung wird auch kurz erklärt, aus welchem Grund in den jeweiligen ETF investiert wird, und Informationen wie Jahresberichte der ETFs als PDF angeboten. Besonders letzteres ist sehr löblich und für viele Anleger auch durchaus von großem Interesse.

Des Weiteren lassen sich im Growney Account mehrere Sparziele definieren. Für jedes dieser Ziele wird eigens ein Depot eröffnet und die Anlagestrategie kann individuell angepasst werden. Ein Alleinstellungsmerkmal hat der Anbieter außerdem durch die Verwendung des mTan-Verfahrens. Die Freischaltung einer Auszahlung o.ä. geschieht dann nur mit Hilfe eines Codes (Tan Nummer), welche an das Handy des Kunden gesendet wird. Zugriff auf das angelegte Kapital hat somit nur derjenige, der im Besitz des Handys ist – das Passwort alleine ist nicht ausreichend.

Performance

Der Anbieter ist erst im Mai 2016 an den Markt gegangen. Ein direkter Vergleich über den vollen Vergleichszeitraum wäre somit eigentlich noch nicht gegeben. Jedoch wurde die Rendite mittels Backtracking zurückgerechnet, weshalb ein Vergleich – mit etwas Vorbehalt – möglich ist. Die vom Anbieter selbst ermittelte Performance kann sich dann aber durchaus sehen lassen: bei 100 % Aktienquote stehen 13,7 % zu Buche. Das Portfolio mit mittlerem Risiko kommt auf 7,6 %, das mit vergleichsweise geringem Risiko auf stolze 5,1 %. Gewichtet ergibt das einen Wert von 8,8 %, welcher ausschlaggebend für die Bewertung ist und in etwa auf dem Level von VisualVest liegt.

 

Performancevergleich 2016
Gebühren: 4/5 Punkte

Der Anbieter Growney ist einer der wenigen in unserem Test, der die Kosten von der Höhe des Anlagebetrags abhängig macht. Für einen Anlagebetrag von unter 10.000 € werden 0,99 % p. a. berechnet, zwischen 10.000 und 50.000 € sind es 0,69 % und ab 50.000 € nur noch 0,39 %. Für jeden angelegten Euro, der das Anlagevolumen von 1.000.000 € überschreitet, werden keinerlei Servicegebühren mehr fällig. Hinzu kommen 0,19 – 0,28 % p. a. Fondskosten, auf welche Growney selbst keinen direkten Einfluss hat, durch die Wahl der richtigen ETFs aber versucht zu minimieren. Die kumulierte Jahresgebühr für das niedrigste Anlagevolumen beläuft sich somit auf 1,18 – 1,27 %. Damit positioniert sich der Anbieter zunächst einmal ähnlich wie Fintego auf einem etwas höheren Level. Für Anlagebeträge größer als 10.000 € wird es aber insgesamt schon sehr viel günstiger.

Neben diesen Gebühren fallen zudem weitere Transaktionskosten in Höhe von maximal 0,18 % (anteilig an der transferierten Summe) an. Bei einer Ein- bzw. Auszahlung von 1.000 € entspricht das also einer Gebühr von 1,80 €. Da diese Gebühr bei jeder Ein- und Auszahlung entsteht, wird sie somit auf jeden Euro im Depot mindestens zweifach angewendet (Gemäß der Annahme, man lässt sich sein Geld eines Tages wieder auszahlen).

Eine solche Gebühr gibt es bei der Konkurrenz nicht – allerdings mit dem Unterschied, dass Growney die Wertpapiere nicht über die Börse einkauft, sondern bei den Fonds selbst. Diese Strategie verspricht niedrigere Kurse, da so der Nettoinventarwert und nicht der etwas höhere Briefkurs (welcher durch den sog. Spread zustande kommt) bezahlt werden muss. Growney erhofft sich dadurch langfristig eine Kostenersparnis für den Kunden. Ob diese tatsächlich entsteht, lässt sich jedoch schwer beurteilen und auch Growney geht lediglich davon aus, dass „die Kosten [an der Börse] in der Regel höher” seien. Je nach Wertpapier und Marktgegebenheiten können die Spreads an der Börse jedoch durchaus unter der Marke von 0,18 % liegen, vor allem bei den sehr liquiden Titeln, mit denen Robo Advisor ihre Investments tätigen.

Eine Mindestanlagebetrag sowie einen Mindestbetrag für die monatliche Sparrate gibt es nicht. Ein Mal pro Jahr wird ein Rebalancing durchgeführt, bei dem erneut Transaktionskosten anfallen. Die Kosten werden transparent aufgeschlüsselt, jedoch mag die Transaktionsgebühr bei dem ein oder anderen für Verwirrung sorgen.

Für niedrige Anlagevolumen reiht sich Growney ein in die Riege der Anbieter mit vergleichsweise hohen Kosten. Doch die Kostenstaffelung weiß zu gefallen und so profitieren vor allem Anleger mit einem Anlagevolumen von mehr als 10.000 € von günstigen Konditionen.

Anbieter Growney
Kumulierte Kosten p.a. 1,18 - 1,27 % zzgl. 0,18 % Transaktionskosten; abnehmend mit Höhe des Anlagevolumens¹
Mindestanlagekeine
Sparplan ab1 €
Anzahl Strategien5
PartnerbankSutor Bank

Eine Gegenüberstellung aller Anbieter finden Sie hier.

¹Kostenstruktur Growney

AnlagevolumenJahresgebühr
< € 10.0000,99 %
≥ € 10.0000,69 %
≥ € 50.0000,39 %
≥ € 1.000.0000,00 %

Zusätzlich fallen Fondskosten an, die zwischen 0,18 und 0,29 % p.a. variieren. Die Transaktionskosten belaufen sich auf maximal 0,18 % pro Transaktion.

Anlagestrategie: 4,5/5 Punkte

Alle 5 Anlagestrategien setzen sich aus Aktienfonds, die über 2400 Aktien in 45 Ländern streuen, und Anleihenfonds, die nur europäische Unternehmens- und Staatsanleihen abdecken, zusammen. Das defensivste Portfolio enthält einen Aktienanteil von 20 %, das offensivste einen Aktienanteil von 100 %. In Rohstoffe wird nicht investiert.

Auch Growney verfolgt einen durchgehend passiven Ansatz und setzt darauf, dass der Markt langfristig nicht geschlagen werden kann. Das Portfolio wird steueroptimiert zusammengestellt, um einen Mehraufwand zu vermeiden und eine Doppelbesteuerung zu umgehen. Eventuell förderlich für die Minderung des Tracking Errors, nach unseren Kriterien allerdings problematisch, ist die hauptsächliche Verwendung synthetisch replizierender ETFs, welche Ausfallrisiken bergen. Auch das Thema Wertpapierleihe spielt keine Rolle bei der Auswahl der Portfoliobausteine.

Usability: 4,5/5 Punkte

Die Webseite des Anbieters wartet mit einem Kundenchat, umfangreichen FAQs und einem Blog auf. Die Kontaktaufnahme kann aber auch auf den üblichen Wegen per Mail oder Telefon erfolgen. Auch das Anlagekonzept wird dem Leser verständlich näher gebracht. Eine Auflistung der ETFs, in die investiert wird, findet sich nach der Identifikation des individuellen Risikoprofils. Neben der Gewichtung wird auch kurz erklärt, aus welchem Grund in den jeweiligen ETF investiert wird, und Informationen wie Jahresberichte der ETFs als PDF angeboten. Besonders letzteres ist sehr löblich und für viele Anleger auch durchaus von großem Interesse.

Des Weiteren lassen sich im Growney Account mehrere Sparziele definieren. Für jedes dieser Ziele wird eigens ein Depot eröffnet und die Anlagestrategie kann individuell angepasst werden. Ein Alleinstellungsmerkmal hat der Anbieter außerdem durch die Verwendung des mTan-Verfahrens. Die Freischaltung einer Auszahlung o.ä. geschieht dann nur mit Hilfe eines Codes (Tan Nummer), welche an das Handy des Kunden gesendet wird. Zugriff auf das angelegte Kapital hat somit nur derjenige, der im Besitz des Handys ist – das Passwort alleine ist nicht ausreichend.

Performance: 4,5/5 Punkte

Der Anbieter ist erst im Mai 2016 an den Markt gegangen. Ein direkter Vergleich über den vollen Vergleichszeitraum wäre somit eigentlich noch nicht gegeben. Jedoch wurde die Rendite mittels Backtracking zurückgerechnet, weshalb ein Vergleich – mit etwas Vorbehalt – möglich ist.

Die vom Anbieter selbst ermittelte Performance kann sich dann aber durchaus sehen lassen: bei 100 % Aktienquote stehen 13,7 % zu Buche. Das Portfolio mit mittlerem Risiko kommt auf 7,6 %, das mit vergleichsweise geringem Risiko auf stolze 5,1 %. Gewichtet ergibt das einen Wert von 8,8 %, welcher ausschlaggebend für die Bewertung ist und in etwa auf dem Level von VisualVest liegt.

 

Performancevergleich 2016