Diversifikation – Wie ein Home Bias Ihrem Portfolio schadet

Eine Diversifikation des Portfolios ist der Schlüssel zum Erfolg. Doch leider investieren viele Anleger überproportional viel Geld am Heimatmarkt. Diese Neigung wird in der ökonomischen Verhaltensforschung “Home Bias” genannt. Ist ja auch naheliegend, nicht wahr? In den Nachrichten wird immerhin regelmäßig von neuen Höchstwerten des Dax berichtet, da möchte man doch Teil von sein! Und allgemein kennt man sich am heimischen Markt am besten aus. Dann ist es ja wohl am sichersten dort auch anzulegen. Nachfolgend erklären wir, warum man mit dieser Einstellung nicht falscher liegen könnte.

Worum geht’s?

  • Viele Anleger legen überproportional viel Geld am Heimatmarkt an
  • Eine möglichst breite Diversifikation ist unabdingbar, um Risiken zu minimieren
  • Durch ETFs und Robo Advisor ist eine Diversifikation des Portfolios so leicht wie nie zuvor

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Alles reine Psychologie

Diversifikation ist vielen Anlegern schon lange ein Fremdwort. 1991 stellten French und Poterba fest, dass US-amerikanische, japanische und britische Anleger überproportional viel am heimischen Markt investieren. Sage und schreibe 94 %, 98 % und 82 % legten ihr Geld respektive lieber im Inland an, als es im In- und Ausland zu verteilen. Mit dieser Studie prägten Sie den Begriff Home Bias und stießen eine Debatte an, die weltweit bis heute von Bedeutung ist. Auch in Deutschland. Eine rationale Begründung dieses Verhaltens zu finden ist nicht leicht. Es wird allerdings allgemein angenommen, dass folgende Faktoren einen entscheidenden Einfluss haben:

  • Informationsasymmetrie: Anleger glauben oftmals, inländische Unternehmen besser zu kennen. Sie sind somit der Meinung, diese besser bewerten zu können als ausländische, für sie völlig fremde Investitionsmöglichkeiten. Diese Informationsasymmetrie wird bestärkt durch Sprachbarrieren, die der Informationsbeschaffung undienlich sind.

  • Wechselkurse: Wer im Ausland anlegt, ist abhängig von dort schwankenden Wechselkursen. Diese kann man vermeintlich auch schlechter einschätzen kann als die der eigenen Währung.

  • Steuerhürden: Gelegentlich wird der Anleger doppelt besteuert im Falle eines Gewinns im Ausland.

  • Transaktionskosten: In vielen Fällen ist eine Geldanlage im Ausland mit höheren Transaktionskosten verbunden.

Die Credit Suisse hebt in einer Studie den Faktor Informationsasymmetrie besonders hervor und verweist darauf, dass Investments zu 80% Psychologie sind. Aber wollen wir uns beim Investieren wirklich von unseren Emotionen leiten lassen?

Diversifikation: Eine möglichst breite Streuung ist der Schlüssel

Dank der Markteffizienzhypothese nach Fama aus dem Jahr 1970 wissen wir allerdings, dass der aktuelle Kurs schon alle Informationen widerspiegelt. Demzufolge darf ein vermeintlicher Informationsvorsprung nicht als Begründung für einen höheren Anteil inländischer Investitionen gelten.

Seit 1952 der Portfoliotheorie von Markowitz 1952 wissen wir außerdem, dass eine Diversifikation des Portfolios essentiell ist. So wird das Risiko zu reduziert und somit langfristig der Gewinn zu maximiert. Diese Diversifikation sollte zwischen verschiedenen Anlageformen, Branchen aber eben auch geographisch vorgenommen werden. Eine Streuung der Anlagen sorgt dafür, dass man sich nicht zu abhängig von der Performance weniger Märkte abhängig macht. Einerseits wird die Volatilität ausbalanciert, wodurch das Ausfallrisiko sinkt. Andererseits profitiert der Anleger von extrem starker Performance ausgewählter Märkte, die man mit einem Home Bias verpassen würde. Der DAX bildet nämlich nur 30 der weltweit über 35.000 börsennotierten Unternehmen ab. Wussten Sie beispielsweise, dass Aktien aus Schwellenländern 2017 am ertragreichsten waren?  Der MSCI World Emerging Markets hat dabei die dreifache Wertsteigerung – 37,28 % – des DAX – 12,5 % – erfahren. Es gibt sicherlich Jahre, in denen es anders aussieht – 2015 fiel der MSCI World Emerging Markets um 14,92% und der DAX legte um 9,56 % zu – aber genau darum geht es ja: sich nicht diesen starken Schwankungen einzelner Märkte auszusetzen.

Einfach ausgedrückt kann man also festhalten: Durch eine Diversifikation sichert sich der Anleger sich einen Anteil an sehr stark performenden Märkten und reduziert den Schaden von Einbrüchen einzelner Märkte. Und wie lauten noch gleich die Grundregeln des legendären Investors Warren Buffet? Nr. 1: Verliere niemals Geld. Nr. 2: Vergiss niemals Regel Nummer 1.

Robo Advisor schaffen Abhilfe

Glücklicherweise ist Diversifikation so leicht wie noch nie. Im Zuge der Globalisierung wurden die Hürden des internationalen Investierens drastisch reduziert. Viel wichtiger noch: Heutzutage kann man in in Exchange Traded Funds (kurz ETFs) investieren – börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung echter Indizes nachbilden. Wer beispielsweise in die MSCI World und MSCI Emerging Markets ETFs investiert, hat somit mit 2 Investitionen insgesamt 2791 Unternehmen aus 49 Nationen in seinem Portfolio vertreten.

Eine interessante Option ist dabei eine digitale Vermögensberatung in Form eines Robo Advisors. Dieser nimmt dem Anleger die gesamte Arbeit ab und erstellt anhand des Risikoprofils ihres Kunden ein geeignetes Portfolio, welches in der Regel sehr breit diversifiziert ist. Durch automatisierte Prozesse und einen effizienten Algorithmus können die Gebühren auf ein Minimum reduziert werden. Somit sind die Kosten eines Robo Advisors deutlich geringer als die eines physischen Vermögensberaters. In unserem Robo Advisor Test haben wir die führenden Robo Advisor verglichen um Ihnen die Auswahl zu erleichtern.

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